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Krypto-Betrug anzeigen: So gehen Sie in Österreich vor

Wenn Sie in Österreich Opfer eines Krypto-Betrugs geworden sind, erledigen Sie zwei Dinge noch am selben Tag: Anzeige bei der Polizei erstatten und die beteiligten Wallet-Adressen öffentlich melden.

Die Anzeige startet das Ermittlungsverfahren. Die öffentliche Meldung wirkt sofort — die Adresse wird für Börsen, Ermittler und die nächste Person sichtbar, die kurz vor einer Überweisung steht. Das eine ersetzt das andere nicht.

Der Zeitfaktor entscheidet. Je früher Adressen und Transaktions-Hashes dokumentiert sind, desto größer die Chance, dass eine Börse die Gelder einfriert, bevor sie sich verteilen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle erstatten. Sie ist kostenlos, und Sie brauchen dafür keine Rechtsvertretung.
  • Betrugsfälle mit Onlinehintergrund melden Sie zusätzlich der Meldestelle für Internetkriminalität im Bundeskriminalamt.
  • Die FMA veröffentlicht laufend Investorenwarnungen zu Anbietern, die ohne Konzession Finanzdienstleistungen in Österreich anbieten. Die FMA stuft Online-Anlagebetrug und Krypto-Scams als eines der größten Verbraucherrisiken ein.
  • Prüfen Sie vor jeder Einzahlung, ob der Anbieter über eine Konzession verfügt. Steht er auf der Warnliste, ist die Sache erledigt.
  • Ohne Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes und vollständige Chatverläufe bleibt die Anzeige weitgehend wirkungslos.

Was in den ersten Stunden zählt

Überweisen Sie nichts mehr. Die meisten Geschädigten zahlen noch ein letztes Mal, weil angeblich eine Gebühr, eine Steuer oder eine "Freischaltung" für die Auszahlung nötig ist. Dieses Geld ist verloren.

Danach in dieser Reihenfolge:

  1. Empfängeradressen und Transaktions-Hashes sichern. Beides steht im Verlauf Ihrer Wallet oder Ihrer Börse. Das ist die wichtigste Angabe der gesamten Anzeige.
  2. Alles dokumentieren, bevor es verschwindet. Vollständige Chatverläufe, das Profil des Kontakts, die Website der Plattform, das Dashboard mit den angeblichen Gewinnen. Diese Seiten gehen oft innerhalb weniger Tage offline.
  3. Bank informieren, falls an irgendeiner Stelle eine Überweisung im Spiel war.
  4. Börse informieren, von der aus Sie gesendet haben, damit die Empfängeradresse markiert wird.
  5. Anzeige erstatten.

Wo Sie Anzeige erstatten

Jede Polizeidienststelle

Sie können bei jeder Dienststelle Anzeige erstatten, unabhängig davon, wo die Tat begangen wurde. Die Anzeige ist kostenlos. Bringen Sie die Unterlagen ausgedruckt oder auf einem USB-Stick mit — das beschleunigt die Aufnahme und verhindert, dass Adressen im Protokoll falsch erfasst werden.

Meldestelle für Internetkriminalität

Für Betrugsfälle mit Onlinehintergrund gibt es im Bundeskriminalamt eine eigene Meldestelle. Sie ergänzt die Anzeige und hilft dabei, Fälle zum selben Schema zusammenzuführen. Wenn Sie wissen, dass weitere Personen von derselben Plattform betroffen sind, geben Sie das an.

FMA — Finanzmarktaufsicht

Die FMA veröffentlicht laufend Warnungen zu Plattformen und Anbietern, die ohne Konzession oder ohne entsprechende Berechtigung Finanzdienstleistungen in Österreich anbieten. Melden Sie die Plattform, damit sie öffentlich gelistet werden kann. Diese Warnungen lesen andere Menschen, bevor sie einzahlen.

Welche Unterlagen Sie brauchen

  • Wallet-Adressen, an die Sie gesendet haben
  • Transaktions-Hash (TXID) jeder Zahlung mit Datum und Uhrzeit
  • Vollständige Chatverläufe als Screenshot, keine Ausschnitte
  • Exakte URL der Plattform, des Profils oder der Anzeige
  • Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Kaufbelege der Kryptowährung
  • Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Kontaktpersonen
  • Eine schriftliche Chronologie: erster Kontakt, jede Zahlung, letzter Kontakt

Die Konzessionsprüfung ist der schnellste Schutz

Krypto-Handelsbetrug über das Internet nimmt in Österreich deutlich zu, und der Ablauf ist fast immer derselbe.

Ein Kontakt kommt über eine Anzeige, eine Nachricht oder ein soziales Netzwerk. Es folgt ein Konto auf einer professionell wirkenden Plattform und ein persönlicher "Berater". Die erste Einzahlung ist klein, das Dashboard zeigt steigende Gewinne, und eine kleine Auszahlung funktioniert sogar. Genau diese Auszahlung schafft das Vertrauen. Gebühren, Steuern und Verifizierungskosten tauchen erst auf, wenn Sie den Gesamtbetrag abheben wollen.

Der wirksamste Schutz ist die Prüfung vor der ersten Einzahlung: Verfügt der Anbieter über eine Konzession der FMA? Ist er Gegenstand einer Investorenwarnung? Diese Prüfung dauert Minuten und ersetzt jede spätere Diskussion.

Bekomme ich mein Geld zurück?

Manchmal. Deutlich seltener, als es beworben wird.

Entscheidend ist eine einzige Frage: Erreichen die Gelder einen regulierten Dienst — eine zentrale Börse, einen Zahlungsdienstleister — bevor sie sich verteilen? Wenn ja und eine Anzeige vorliegt, gibt es einen Weg. Laufen die Mittel über Mixer oder in Netzwerke mit geringer Kooperationsbereitschaft, wird dieser Weg sehr schmal.

Eine Quote kann Ihnen niemand seriös nennen. Wer das am Telefon tut, ohne eine einzige Transaktion gesehen zu haben, verkauft Ihnen etwas.

Vorsicht vor "Rückholungs"-Angeboten

Wenige Wochen nach dem Schaden meldet sich jemand und bietet an, Ihr Geld zurückzuholen. Mal als Kanzlei, mal mit angeblichen Kontakten zu einer Börse oder zu Behörden. Verlangt wird eine Vorauszahlung, eine "Gerichtsgebühr" oder Fernzugriff auf Ihren Rechner.

Dahinter steht dieselbe Struktur oder jemand, der die Opferliste gekauft hat. Die Merkmale sind stabil:

  • Der Kontakt kommt von dort, nicht von Ihnen
  • Geld wird vor jeder Leistung verlangt
  • Ein Erfolg wird garantiert
  • Es werden angebliche Insider-Kontakte behauptet

Die Anzeige bei der Polizei ist kostenlos, und keine Behörde fordert eine Vorauszahlung, um Gelder zurückzuholen.

Warum die Adresse öffentlich melden

Eine Anzeige läuft im Tempo des Verfahrens. Eine öffentliche Meldung wirkt sofort.

Wenn Sie Adresse, Hash und Website bei Chainabuse melden, ist dieser Eintrag für Compliance-Teams von Börsen, für Ermittler und für jede Person sichtbar, die vor einer Überweisung nach diesem Namen oder dieser Adresse sucht. Chainabuse ist kostenlos, für alle offen und bündelt Meldungen zur selben Adresse — aus einzelnen Fällen wird ein erkennbares Muster.

Häufig profitiert nicht die meldende Person, sondern diejenige, die zwei Wochen später sucht und die Warnung findet.

Häufige Fragen

1. Wo zeige ich Krypto-Betrug in Österreich an?

Bei jeder Polizeidienststelle. Die Anzeige ist kostenlos und ortsunabhängig. Melden Sie den Fall zusätzlich der Meldestelle für Internetkriminalität im Bundeskriminalamt.

2. Was ist die Meldestelle für Internetkriminalität?

Eine Meldestelle im Bundeskriminalamt für Straftaten mit Onlinehintergrund. Sie ergänzt die Anzeige und hilft, Fälle zum selben Schema zusammenzuführen.

3. Wie prüfe ich, ob ein Anbieter zugelassen ist?

Über die FMA. Die Finanzmarktaufsicht veröffentlicht Investorenwarnungen zu Anbietern, die ohne Konzession Finanzdienstleistungen in Österreich anbieten. Prüfen Sie das vor der ersten Einzahlung.

4. Welche Unterlagen brauche ich?

Wallet-Adressen der Empfänger, den Transaktions-Hash jeder Zahlung, vollständige Chatverläufe als Screenshot, die exakte URL der Plattform sowie Kontoauszüge und Kaufbelege. Dazu eine schriftliche Chronologie.

5. Kostet die Anzeige etwas?

Nein. Die Anzeige bei der Polizei ist kostenlos, und Sie benötigen dafür keine Rechtsvertretung.

6. Bekomme ich mein Geld zurück?

Möglich ist es, wenn die Gelder eine regulierte Börse erreichen und eine Anzeige vorliegt. Garantiert ist es nie. Jedes Angebot, das eine Rückholung gegen Vorauszahlung zusichert, sollten Sie als Betrugsversuch behandeln.

7. Ist eine Meldung bei Chainabuse dasselbe wie eine Anzeige?

Nein — sinnvoll sind beide. Die Anzeige leitet das Ermittlungsverfahren in Österreich ein. Die Meldung bei Chainabuse macht die Adresse sofort für Börsen und Ermittler weltweit sichtbar.

Melden Sie die Wallet-Adresse bei Chainabuse — kostenlos und in wenigen Minuten.

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